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Ein Ronsdorfer Haus mit lebendiger Geschichte

Im Bandwirkermuseum lebt die Geschichte des Wuppertaler Stadtteils weiter



Einen Blick in Ronsdorfs bewegte Industriegeschichte konnten die Besucher des Deutschen Museumstages im Bandwirkermuseum wagen. (Foto: AS)

(Ro./AS) Nur alteingesessene Ronsdorfer wissen heute noch, dass das markante Gebäude an der Remscheider Straße 50 Ende des 19. Jahrhunderts als preußische Bandwirkerschule seine Pforten öffnete. Damals, im Jahr 1897, war Ronsdorf noch eine eigenständige Stadt mit einer lebendigen Wirtschaft. Einst das Zentrum der bergischen Heimbandwebereien, entstanden hier die einst als „Barmer Artikel“ benannten Bänder, Litzen, Kordeln und Spitzen.
Als die einzige Fachschule ihrer Art in Preußen hatte Ronsdorf schon in der guten alten Zeit ein Alleinstellungsmerkmal. Rund 300 Bandweber absolvierten hier ihre Ausbildung; immerhin 375 absolvierten bis 1914 ihre Meisterprüfung im eigens dafür hergerichteten Maschinensaal.
Auch heute noch zeigt sich das altehrwürdige Gebäude ganz im Zeichen seiner Vergangenheit: Neben dem Unterrichtsraum der freiwilligen Feuerwehr im Erdgeschoss und den Räumen der Bergischen Musikschule im obersten Stockwerk befindet sich heute das Bandwirkermuseum.
Im Jahr 1989 gründete sich hier unter der Initiative von Josua Halbach der „Arbeitskreis Bandwirkermuseum“. Halbach, selbst viele Jahre ein Heimbandweber alter Tradition, war es eine Herzensangelegenheit, die Geschichte Ronsdorfs an einem historischen Ort lebendig zu halten – heute würde man den Grundgedanken Nachhaltigkeit nennen. In Kooperation mit dem Ronsdorfer Heimat- und Bürgerverein (HuB) entstand ein Industriedenkmal, das an die Vergangenheit der Bandweber erinnert.
So bildeten Josua Halbach, Walter Abram, Manfred und Gottfried Halbach und Heinrich Monhof ein Team, das sich dafür einsetzte, dass die Geschichte lebendig blieb. Im Jahr 2014 feierte man das 25-jährige Bestehen des Museums, in dem der HuB eine Heimat gefunden hat. Interessierte können hier Maschinen vom handbetriebenen Mühlstuhl aus dem Jahre 1836 über den elektrisch betriebenen Band- und Jaquardstuhl bis hin zum modernen Nadelautomaten Geräte vieler Generationen erleben.
Über ein volles Haus freuten sich die Initiatoren des Heimat- und Bürgervereins und des Arbeitskreises Bandwirkermuseum am vergangenen Wochenende: Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, dem Bandwebermuseum anlässlich des Deutschen Museumstages einen Besuch abzustatten. Zahlreiche Neugierige waren vom Duft des Kaffees und der frisch gebackenen Bergischen Waffeln angelockt worden – und waren überrascht über die zahlreichen noch funktionierenden Maschinen.
Für Christel Auer, Vorsitzende des HuB, ist die Teilnahme am deutschen Museumstag aus diesem Grunde schon eine Selbstverständlichkeit. Ihr und dem Arbeitskreis ist es wichtig, die Tore des Museums zu öffnen, um den Menschen einen Blick hinter die Kulissen von Ronsdorfs Vergangenheit werfen zu können.
„Es ist ein Haus, in dem Ronsdorfs Geschichte lebendig bleibt“, freut sich Auer. Die Gelegenheit, die alten Maschinen in Aktion zu sehen, nutzten am vergangenen Sonntag viele Besucher.
Wer jetzt neugierig geworden ist, der kann sich selbst einen Eindruck von der Ronsdorfer Bandweber-Geschichte machen: Immer mittwochs von 17 bis 18 Uhr ist das Museum geöffnet – weitere Termine sind außerdem nach Absprache auch möglich.

 

 

Vorsicht, fiese Falle am Telefon

Polizei warnt vor neuem „Enkel-Trick“ im Städtedreieck



Vorsicht Falle, wenn im Display die „110“ auftaucht – die Polizei ruft niemals mit dieser Nummer an!  (Screenshot: AS)

(Ro./AS) Gerda P. (Name von der Redaktion geändert) fiel in dieser Woche aus allen Wolken, als sie einen Anruf von der Kriminalpolizei erhielt. Ein „freundlich klingender, sympathischer Beamte teilte mir mit, dass wichtige Unterlagen von mir bei einem Diebstahl aufgetaucht seien“, erinnert sich die Ronsdorferin an den Anruf. Zunächst schöpfte sie keinen Verdacht, alles klang seriös.
Bei den festgenommenen Dieben habe man ihre Bankdaten gefunden, auch mit Details aus ihrem Privatleben konnte man dienen. So wussten die Täter, dass Gerda P.s Mann kürzlich verstorben sei – auch, wie viele Kinder sie habe, sei bekannt. „Woher wissen die das?“, fragte sich die Seniorin.
Als sie der vermeintliche Kripo-Beamte warnte, sie solle mit niemandem über den Vorfall sprechen, wurde sie stutzig. Ihre Zweifel zerstreute der Anrufer schnell, er empfahl ihr, die 110 zurückzurufen und sich nach ihm zu erkundigen. „Das tat ich dann auch – tatsächlich gibt es den Ermittler“, so Gerda P. Man sagte ihr, dass ihr Telefon von nun an – aus Sicherheitsgründen – abgehört werden würde. „Ich habe sofort meine Tochter informiert, wir haben die betroffenen Konten umgehend sperren lassen“, berichtet die Ronsdorferin.
Alles richtig gemacht, das bestätigt Stefan Weiand von der richtigen Polizei. Die Masche der Anrufer ist bekannt: „Die Täter geben sich als Polizeibeamte aus, die im Zusammenhang mit einer Festnahme die Personalien ihrer Opfer bekommen haben wollen“, beschreibt Weiand den Betrug: „Danach gehe aus einer bei der Festnahme sichergestellten No­tiz hervor, dass der jetzt Angerufene demnächst bestohlen werden soll. Um sicherzustellen, dass nichts abhanden kommen kann, sollen die Wertgegenstände an einen Polizisten überreicht werden.“ Das sollte die Opfer stutzig machen.
„Gibt sich ein Anrufer als Polizist aus und fragt Sie über Besitzverhältnisse aus, legen Sie auf und wählen Sie den Notruf 110“, empfiehlt Weiand. Auf gar keinen Fall sollen die Angerufenen die Rückruftaste nutzen. Stefan Weiand betont, dass Polizisten am Telefon niemals Bankdaten, Kontostände oder gar Inhalte von Schließfächern erfragen. „Öffnen Sie Unbekannten niemals die Tür“, warnt Stefan Weiand.
Denn die Betrüger nutzen nicht nur die Polizei-Masche; oft geben sie sich auch als Staats- oder Rechtsanwälte aus. „Die Betrüger agieren geschickt und weisen sich als Mitarbeiter der Telekom, der Stadtwerke oder sonstiger Institutionen aus.“ Es gebe zahlreiche Varianten, die Senioren um ihre Ersparnisse zu bringen. Weitere Infos zu den Trick-Betrügereien erteilt die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle unter Telefon (02 02) 2 84-18 01.

 

 

Ein roter Teppich für Liliane Susewind

Geschichten der Ronsdorfer Autorin Tanya Stewner kommen auf die Leinwand



Der „rote Teppich“ – eine ganz neue Erfahrung für Tanya Stewner: Hier mit dem ganzen Team bei der Filmpremiere in Düsseldorf. (Foto: Stewner)

(Ro./AS) Sie schmunzelt, als sie an die Anfänge ihrer Karriere als Schriftstellerin zurückdenkt: Im zarten Alter von zehn Jahren hat Tanya Stewner begonnen, ihre ersten Geschichten zu schreiben. Und schon damals stand ihr Berufswunsch fest: „Ich wollte Schriftstellerin werden“, erinnert sie sich. Der Kindheitstraum ist wahr geworden für die Ronsdorferin.
Die Heldin ihrer Serie erblickte im Jahre 2003 das Licht der Kinderbuchwelt. Während Stewners Volontariates in einem Redaktionsbüro entstand die erste Geschichte von Liliane Susewind. „Damals gelang es mir nicht, eine Literaturagentur von meiner Idee zu überzeugen“, plaudert die Autorin. Doch sie gab nicht auf und fand schließlich, von der eigenen Idee motiviert und überzeugt, einen Verlag. Das war 2006. „Seit letzter Woche gibt es Liliane Susewind sogar im Kino“, freut sich Tanya Stewner.  Die Abenteuer des nicht ganz normalen Mädchens, das mit Tieren sprechen kann, wurden verfilmt. In der vergangenen Woche fand die feierliche Filmpremiere in Düsseldorf statt – natürlich mit Tanya Stewner auf dem roten Teppich: „Eine völlig neue Erfahrung“, so Stewner. Mit der Verfilmung ging ein Traum für die Ronsdorfer Autorin in Erfüllung. „Ich war so aufgeregt, als der Anruf vom Verlag kam“, erinnert sie sich. 
Auf die Auswahl der Darsteller und die Geschichte, die im Film erzählt wird, habe sie keinen Einfluss gehabt, doch mit dem Ergebnis ist die Autorin durchaus zufrieden. Anfangs sei es ungewohnt gewesen, ihre Figuren loszulassen, doch das bezeichnet sie als „Lernprozess“. Zwei mal hat sie die Dreharbeiten besucht und war jedes Mal beeindruckt von der Arbeit am Set. „Oft, wenn ich dachte, die Szene ist im Kasten, wurde sie wieder und wieder gedreht – mal, weil das Licht nicht stimmte, mal, weil ein Flugzeug über die Szene geflogen war.“ Mit der Darstellerin ihrer Hauptfigur, der elfjährigen Malu Leicher, ist sie sehr zufrieden. „Es ist seltsam, wenn man seine Helden auf der Leinwand sieht“, zieht Tanya Stewner Fazit. Übrigens können sich ihre Fans schon auf den nächsten der inzwischen 19 Liliane-Susewind-Bände freuen: Die Autorin schreibt, wann immer es ihre Zeit zulässt. „Diesmal geht es um eine Robbe“, verrät sie mit einem schelmischen Augenzwinkern. Und schon jetzt dürfte feststehen, dass sie ihre kleinen Leserinnen nicht enttäuschen wird.

 

 

Kräftige Farben und zahlreiche Rottöne

Künstlerin Antje Heidermann öffnete ihr Atelier an der Blutfinke in Ronsdorf



Antje Heidermann zeigt ihre Kunstwerke auf drei Etagen in ihrem Haus. (Foto: PK)

(Ro./PK) Im Zuge der lockeren Kunstreihe „Offene Ateliers in Ronsdorf“ öffnete jetzt  die Künstlerin Antje Heidermann ihr Haus An der Blutfinke. Auf drei Etagen erstreckte sich ihre Kunst.
Zu Anfang ihrer künstlerischen Tätigkeit im Jahre 2005 malte Antje Heidermann gegenständlich. Im Laufe der Zeit wurden ihre Gemälde abstrakter und reduzierter – und irgendwann hatte sich das Gegenständliche aufgelöst. Ihre abstrakten Kunstwerke bestechen durch kräftige Farben und Formen (in ihren Bildern entdeckt man viel Rot, viel verschiedenes Rot). Zuweilen meint man, zarte Hinweise auf Paul Klee oder August Macke zu vernehmen. Hier und da steht eine von ihr gefertigte Skulptur, farbenfroh und humorvoll. Ein Elefantenpaar schaut massiv aus einem in Grautönen gehaltenen Bild, auf einem anderen scheinen sich Mönche zusammengefunden zu haben. Bei der Frage, ob sie improvisiert, nickt sie lebhaft. „Nur!“ Sie möchte ihre Gefühle in Farben und Formen ausdrücken.
„Ich bin da so reingerutscht“, berichtet Antje Heidermann schmunzelnd im Gespräch mit dem SonntagsBlatt. „Ich bin eigentlich nicht bei den Kreativen Frauen. Aber irgendwie bot es sich an, meine Kunst in meinem eigenem Haus zu zeigen.“ Kleine Motive (15 x 15 Zentimeter) konkurrieren nicht mit den größeren Formaten (50 x 80 Zentimeter und größer). Eine kluge Aufteilung der Kunstwerke macht es möglich. Ihre abstrakten Bildnisse sind harmonisch angeordnet und farblich stets geschmackvoll.

 

 

Zwei M70-Athleten sind Deutsche Meister

Seatory und Huppertsberg holen zusammen vier Titel nach Ronsdorf



Hermann Huppertsberg wirft immer weiter. (Foto: privat)

(W./Red.) Bei der Deutschen Meisterschaft am 22. April in Brey und am 13. Mai in Vellmar holten zwei Athleten der Deutschen Turnerschaft (DT) Ronsdorf viermal den Titel nach Hause. Im Steinstoßen der Klasse M70 wuchtete Allan Seatory das 12,5 Kilogramm schwere Gewicht auf 6,22 Meter und das 25-Kilo-Gewicht auf 3,50 Meter. Damit gingen schon zwei Titel nach Ronsdorf. Im Gewichtwurf-Dreikampf M70 kam Hermann Huppertsberg mit 3, 5 und 7,5 Kilogramm auf 81,49 Meter und sicherte sich ebenfalls den Titel. Mit dem Historischen Wurfgewicht von 25,4 Kilogramm schaffte er 6,18 Meter und damit seinen zweiten Titel.
Anschließend versuchte sich Huppertsberg noch in der Hauptklasse und schrammte mit einem vierten und einem sechsten Platz nur knapp an einer Medaille vorbei.