Ronsdorfs „Blacklist“
sorgt für Frust in der BV

Unzählige offene Vorgänge führen zu einem ernüchternden Ergebnis

Einstimmigkeit herrscht oft in der Bezirksvertretung – immer dann, wenn es um die Interessen des Stadtteils geht. (Foto: AS)

(Ro./AS) Wer viel zu tun hat, der macht sich „To-do“-Listen. Darauf steht alles, was innerhalb eines bestimmten Zeitraums abgearbeitet werden muss. Und alles, was erledigt ist, wird abgehakt. Grundsätzlich eine feine Sache, wenn diese Liste auch Beachtung findet.
In der Ronsdorfer Bezirksvertretung (BV) wird seit einiger Zeit eine sogenannte Controlling-Liste geführt. Zur Erinnerung: Die Bezirksvertreter sollen die Interessen der Menschen im Stadtteil wahren und vertreten. Um es einfach auszudrücken: Überall dort, wo den Ronsdorfern der Schuh drückt, erarbeiten sie Lösungen, die zunächst im Stadtteilparlament erörtert werden und schließlich den zuständigen Gremien im Rathaus vorgelegt werden. Dort stößt die Arbeit der BV allerdings auf wenig Gehör – und wenn doch, dann mahlen die Mühlen im Rathaus sehr langsam.
Seit letztem Jahr arbeiten die Ronsdorfer Bezirksvertreter mit einer sogenannten Controlling-Liste. Sie enthält Anregungen und dokumentiert den  Handlungsbedarf im Stadtteil. Aktuell warten 13 Vorgänge auf ihre Erledigung. Das sind Anliegen wie eine Verkehrsberuhigung im Quartier Rehsiepen, die seit April letzten Jahres darauf wartet, endlich eingerichtet zu werden. Nach einem von Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes angeregten Ortstermin waren sich die Bezirksvertreter schnell einig, dass sich mit relativ einfachen Mitteln eine Verkehrsberuhigung zur Sicherheit der Fußgänger im Bereich des Stadtteiltreffs einrichten ließe. Nachdem nichts geschehen war, hatte die Bezirksvertretung die Verwaltung im Juni und im November an die anstehende Maßnahme erinnert – bislang vergeblich, denn geschehen ist bisher nichts. In einer Nachricht aus dem Rathaus hieß es, dass ein Bericht für die Ronsdorfer Bezirksvertretung folgen soll. Bis zum heutigen Tag hüllt sich das zuständige Ressort in Schweigen.
Frustrierend für die ehrenamtlichen Politiker im Stadtteil, die offenbar immer wieder auf taube Ohren stoßen.
Schon vor zwei Jahren hatte sich Stefan Schmitz zur Parkplatzsituation im Ascheweg zu Wort gemeldet. Die Verwaltung sicherte der Bezirksvertretung erst zwei Jahre später  zu, den Sachverhalt „zu einem späteren Zeitpunkt zu prüfen“. Bisher ist das nicht der Fall gewesen.
Zu einem Mammutanliegen hat sich der Wunsch von Sozialdemokraten und CDU entwickelt, vor der Ferdi-Grundschule an der Lüttringhauser Straße eine Tempo-30-Zone einzurichten. Erstmals beschäftigten sich die Stadtteilparlamentarier im Juni 2018 mit dem Anliegen. Erst in diesem Februar betrachtete die Stadtverwaltung nach mehreren Ortsterminen den Vorgang als erledigt.
Ein von der BV gefordertes Verkehrsgutachten für die Planung eines Kita-Neubaus an der Scheidtstraße liegt ebenfalls noch nicht vor. Das liege aber nach Aussage von Marc Walter von der Bauleitplanung nicht an der Stadt. Hier suche man noch einen privaten Investor für das Vorhaben, erst dann könne man aktiv werden. Aktuell liege der Vorgang beim Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal. Das GMW soll sich um die Veräußerung der Fläche bemühen. Erst wenn es einen Bauträger gebe, werde man ein entsprechendes Gutachten in Auftrag geben, heißt es aus dem Rathaus. Dieses soll anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Lange schon steht die Parkplatzsituation rund um den Ronsdorfer Bahnhof in der Kritik der Stadtteilparlamentarier. Im Umfeld besteht keine Möglichkeit für Bahnfahrer, ihr Auto abzustellen. Immerhin sicherte die Verwaltung im Dezember letzten Jahres die Einrichtung eines Kurzzeitparkplatzes zu. Die von der BV gewünschte Wiederherstellung sogenannter Park-and-Ride-Parkplätze sei aus Sicht der Stadt nicht möglich – allerdings hatte sich ein Umzugsunternehmer auf dem Bahnhofsgelände bereit erklärt, einen Teil seines Grundstückes als Parkfläche zur Verfügung zu stellen. Die Gespräche mit der Stadt laufen – bisher gibt es aber keine weiteren Meldungen aus der Stadtverwaltung.
Man werde die Controlling-Liste auch weiterhin kritisch im Auge behalten, hieß es am Dienstagabend auf der Sitzung der Ronsdorfer Bezirksvertreter. Immerhin: „Auch dann, wenn die BV keine Entscheidungsbefugnis hat, wird sie zu allen wichtigen Angelegenheiten, die den Stadtbezirk berühren, angehört“, heißt es von der Stadtverwaltung.
Somit können die Ronsdorfer Stadtteilparlamentarier wohl auch weiterhin nur hoffen, dass ihre Anregungen und Anliegen im Rathaus ernst genommen und im Sinne des Stadtteils umgesetzt werden, damit die Liste nicht noch länger wird.

 

Jetzt oder nie: Nach Abriss nun Neuaufbau?

Stadt soll neue Skateranlage mit Fördermitteln des Landes finanzieren

Der Stadt Wuppertal stehen 100.000 Euro aus einem Förderpaket des Landes zur Verfügung, mit denen sie eine neue Halfpipe errichten könnte. (Foto: AS) 

 

(Ro./AS) Schon vor der Wahl hatte man im Ronsdorfer Stadtteilparlament über den Abbau der beliebten Skateanlage auf dem Spielplatz an der Schenkstraße diskutiert. Während sich die CDU für einen Neubau der Halfpipe starkmachte, zog Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes schon vor seiner Wiederwahl mögliche andere Konzepte für die Freifläche in Erwägung. Beispielsweise könnte hier ein Areal für Kleinkinder entstehen, die hier, weg von der Gefahr auf der Straße, in Ruhe radfahren lernen könnten (das SonntagsBlatt berichtete).
Jetzt haben die Christdemokraten einen Antrag gestellt, in dem sie noch einmal für einen Neubau der Skateanlage plädieren. Hierzu gebe es, so heißt es in dem Antrag, 100.000 Euro, die der Stadt aus dem NRW Investitionspaket zur Förderung von Sportanlagen zur Verfügung stünden. Der Haken: Die Zeit drängt, denn die Förderung gilt für das bald endende Haushaltsjahr 2020. Danach müsse die Verwaltung den Antrag vor dem 15. Januar 21 stellen, um in den Genuss der Mittel zu kommen. Nun sieht die CDU-Fraktion das Gebäudemanagement in der Pflicht, die dafür erforderlichen Antragsgrundlagen zu erarbeiten. „Skater und Biker haben kein vergleichbares Angebot im näheren Umfeld. Daher ist die Neu- beziehungsweise Wiedererrichtung einer Skateranlage elementar wichtig für das Sport- und Freizeitangebot in Ronsdorf“, begründet Dirk Müller den Antrag. Nicht zuletzt aufgrund der Nähe zum Wohngebiet Rehsiepen leiste eine derartige Anlage einen „elementaren Dienst zur sportlichen Ertüchtigung und schlägt eine Brücke in der Integration“, so Dirk Müller. Schon im Dezember soll der Stadtrat in seiner letzten Sitzung dieses Jahres über den Neubau einer Skateanlage entscheiden, um bei der Förderung für das kommende Jahr berücksichtigt zu werden.

 

Ein Herzenswunsch für Ronsdorf

Ökumenische Open-Air-Gottensdienste zu Weihnachten

Ökumene, in der Vergangenheit auch Open Air und auf dem Bandwirkerplatz, gehört zu den Gemeinden in Ronsdorf. (Archivfoto: AS)  

(Ro./AS) Kontrovers diskutierten die Ronsdorfer Bezirksvertreter in der Vergangenheit über den schützenswerten Rasen auf dem Bandwirkerplatz immer dann, wenn es darum ging, eine beantragte Veranstaltung gutzuheißen  oder sie abzulehnen. Als sich Ronsdorfs Stadtteilparlamentarier am Dienstagabend im Saal der Reformierten Gemeinde zum ersten Mal in der neuen Konstellation einfanden, stand der Wunsch der Ronsdorfer Gemeinden, an Weihnachten ökumenische Gottesdienste open Air in Ronsdorfs Zentrum feiern zu dürfen, auf der Tagesordnung. Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes stellte die wohl berechtigte Frage, ob diese Gottesdienste im Zeichen der aktuellen Infektionszahlen coronabedingt überhaupt stattfinden dürften. Doch die Bezirksvertreter zeigten sich optimistisch und gingen davon aus, dass derartige Versammlungen an Heiligabend gestattet seien. Da in der Vergangenheit bei solchen Entscheidungen immer um den Rasen gebangt wurde, ergriff Alexander Schmidt in seiner Eigenschaft als ehemaliger Vorsitzender des Heimat- und Bürgervereins das Wort. Gemeinsam mit der Politik und der Interessengemeinschaft „Wir in Ronsdorf“, kurz W.i.R., habe  man seinerzeit bei der Sanierung des Bandwirkerplatzes eine Veranstaltungsfläche schaffen wollen und nicht eine besonders schützenswerte Grünfläche in Ronsdorfs Mitte. Insofern stehe den geplanten Gottesdiensten nichts im Wege – zumindest nicht, wenn es um den Schutz der Rasenfläche gehe. Harald Scheuermann-Giskes wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass im Gegensatz zu den Vorjahren nicht eine einzige Veranstaltung auf dem Bandwirkerplatz stattgefunden habe und sich der Rasen „erholt haben müsste“.
Scheuermann-Giskes ging einen Schritt weiter und äußerte augenzwinkernd, dass ihm unter diesen Umständen der Rasen „schnurzpiep egal“ sei, solange die Menschen ökumenische Gottesdienste an Heiligabend feiern könnten.
Claudia Schmidt von den Grünen stimmte ihm in weiten Teilen zu, auch wenn ihr der grüne Rasen nicht egal sei und erinnerte augenzwinkernd an die grundsätzlichen Interessen ihrer Partei. Dennoch sprachen sich die Bezirksvertreter in der folgenden Abstimmung einstimmig für die Genehmigung der insgesamt fünf jeweils 25-minütigen Gottesdienste an Heiligabend aus und erfüllten den Menschen in den Gemeinden so wohl einen Herzenswunsch.

 

Wertvolle Hilfe

Backstube Fischer hilft der Feuerwehr

Samuel Fischer überreichte den großen Spendenscheck für die Freiwillige Feuerwehr an Jochen Heinrichs (li.) und Jens Walther (re.). (Foto JoB)

 

(Ro./Red.) Große Freude herrschte beim Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Ronsdorf über einen Scheck von 2.000,- Euro von der Backstube Fischer. Dort hatte man die Mehrwertsteuersenkung in den Monaten Juli bis September nicht in die Preise einfließen lassen und statt dessen für die Freiwillige Feuerwehr Ronsdorf mit der Differenz ein Sparschwein gefüllt. Durch die Scheckübergabe kann die Feuerwehrküche weiter modernisiert werden.

 

Ein Baum für viele Wünsche

In Ronsdorf werden Herzenswünsche wahr

Mit dem Wunschsternebaum wollen der Heimat- und Bürgerverein und das „Kunstrausch“-Team Gutes im Stadtteil tun. (Archivfoto: AS)

(Ro./AS) Gemeinschaft hat in Ronsdorf Tradition. Auch der Wunschsternbaum des Heimat- und Bürgervereins (HuB), der im vergangenen Jahr in Kooperation mit dem „Kunstrausch“-Team aufgestellt wurde, hat sich etabliert. „Im letzten Jahr haben wir einen Baum mit über 250 Sternen aufgestellt“, erinnert sich Christel Auer, die Vorsitzende des Heimat- und Bürgervereins. „Damit möchten wir bedürftigen Kindern und Jugendlichen zu Weihnachten eine Freude machen.“
Das Prinzip des Wunschsternbaums wurde aus dem Vorjahr übernommen: Aus den Kindergärten und Schulen im Stadtteil konnten sich bedürftige Kinder auf einem Wunschstern eintragen, der beschriftete Stern wurde in den Baum gehängt und viele Ronsdorfer sind gekommen, um den Kindern diese Herzenswünsche zu erfüllen. In diesem Jahr ist vieles anders, aber die Tradition des Sternbaums wird auch 2020 fortgesetzt, wie Christel Auer betont: „Gerade durch Corona gibt es sicher auch in Ronsdorf in vielen Familien Probleme.“ Hier will man in diesem Jahr ansetzen. Derzeit sei man mit den Kindergärten und Schulen im Gespräch, um im Vorfeld abzuklären, ob man den Kindern dort einen Wunsch erfüllen kann. Aus diesem Grund wird der Ronsdorfer Wunschsternbaum am 28. November zwischen 11 und 14 Uhr in der „Kühle“-Passage aufgestellt. Dort können dann die Sterne von den Menschen, die helfen wollen, abgeholt werden. Wer an diesem Samstag verhindert ist, kann aber trotzdem Sternpate werden, wie Christel Auer betont. Gern können sich hilfsbereite Menschen telefonisch bei ihr unter der Telefonnummer (02 02) 46 13 17 oder bei Ute Scholl-Halbach vom „Kunstrausch“-Team unter (02 02) 46 38 70 melden.