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Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Ulli und Reiner Zelck verabschieden sich nach 30 Jahren vom „Deja Wü“



Ulrich (li.) und Reiner Zelck haben das „Deja“ seit 1988 geführt. Anfang März übergeben sie die kultige Musikkneipe an ihre Nachfolger. (Foto: AS)

(Ro./Lü./AS) Dreißig Jahre sind eine verdammt lange Zeit, darüber sind sich Reiner und Ullrich Zelck im Klaren. Eine abenteuerliche Zeit liegt hinter den beiden Brüdern, doch nun soll etwas Ruhe einkehren im Leben der beiden. Seit 1988 haben sie das „Deja Wü“, die Kult-Musikkneipe an der Stadtgrenze zwischen Remscheid und Wuppertal betrieben, haben Generationen kommen und gehen sehen. Doch es gab ein Leben vor dem „Deja“, wie es im SonntagsBlatt-Land genannt wird: Bevor sie hierher kamen, führten die Solinger Brüder die Musikkneipe „In der Freiheit“ in der Klingenstadt. Einschläge vom „Big Pub“ in Remscheid und natürlich dem „Getaway“ können und wollen die Zelcks gar nicht abstreiten. „Die Läden waren damals schon Kult“, erinnert sich Ulli Zelck. Nachdem der Pachtvertrag in Solingen auslief, musste ein neues Projekt her.
„Zwischen Köln und Düsseldorf haben wir alles nach einer geeigneten Immobilie abgesucht“, erinnert sich Reiner Zelck. Fündig geworden sei man dann am heutigen Standort: Hier stand die Gaststätte „Zur Halbach“ zum Verkauf.
„Das war genau das, wonach wir gesucht hatten“, erinnert sich Ulli Zelck. So wurde aus der „Altherrenkneipe“ eine Disco. Dort, wo es früher Kännchen gab, wurden jetzt halbe Liter ausgeschenkt, die Klientel des Lokals wechselte mit den Besitzern, ebenso die Öffnungzeiten, wie Reiner Zelck berichtet. „Während die Gaststätte um zehn Uhr abends Feierabend machte, schlossen wir fortan um zehn unseren Laden auf.“
Beide Brüder sind sich darüber einig, dass ihr Projekt im Laufe der Jahre gewachsen ist. Generationen von Menschen aus dem Bergischen feierten hier ausgelassen, zahlreiche Besucher sind seit vielenJahren Stammgäste. „Es gibt auch Gäste, die in eine andere Stadt ziehen, um nach zehn Jahren zurückzukommen. Sie besuchen uns und freuen sich, dass es uns noch gibt“, berichtet Ulli Zelck. Zahlreiche Anekdoten können sie erzählen, wie die von dem Taxifahrer, der einen alkoholisierten „Deja“-Besucher nach Hause bringen sollte. Der kurze Gang zur Toilette wurde dem Chauffeur zum Verhängnis, denn als er nach draußen kam, war sein Taxi weg – der Fahrgast hatte die Heimfahrt schon alleine angetreten.
Jetzt soll damit Schluss sein, denn die beiden Brüder ziehen sich aus dem operativen Geschäft zurück: Zum Monatsende übergeben sie das „Deja Wü“ in die Hände ihrer Nachfolger, die den Laden mit seinem bestehenden Konzept fortführen wollen. „Das ,Deja’ bleibt kult“, darüber sind sich Reiner und Ulli Zelck einig.
Sie wissen noch nicht recht, was sie mit ihrer gewonnenen Freizeit anfangen, denn die Brüder sind es nicht gewöhnt, lange Zeit „am Stück“ freizuhaben. „Ich war 28 Jahre, als wir hier angefangen haben“, erinnert sich der heute 59-jährige Ulli Zelck. Möglicherweise will er zu einer Radtour nach Lissabon aufbrechen – alles ist offen für den passionierten Fahrradfahrer. „Dreißig Jahre ,Deja’, das lässt einen schon schlucken“, so Ulli Zelck nachdenklich. Und dennoch freuen sich die beiden auf ihren wohlverdienten Ruhestand, denn „wir hatten immer frei, wenn andere arbeiten mussten“, bringt es Reiner Zelck auf den Punkt.
Bevor sich die beiden aus ihrem Club verabschieden, gibt es noch eine große Abschiedparty. Am 23. Februar sollen die beiden Solinger noch einmal gefeiert werden – mit allen Freunden, die sich dem „Deja Wü“ verbunden fühlen – und ihm hoffentlich auch weiterhin die Treue halten werden, denn das hoffen die Zelck-Brüder.

 

Bürger fühlen sich von Stadt alleingelassen

Prekäre Zustände vor Kindertagesstätte – Verwaltung zeigt sich machtlos



Anwohner und Mitglieder des Elternbeirates sind enttäuscht von der fehlenden Unterstützung der Stadtverwaltung. (Foto: AS)       

(W./Ro./AS) Die Situation ist prekär, daraus machen Silke Dreßler und ihre Mitstreiter vom Elternbeirat der städtischen Kindertagesstätte an der Ronsdorfer Ferdinand-Lassalle-Straße keinen Hehl: „Seit zwei Jahren schon verstreut eine mutmaßlich geistig verwirrte Frau aus der Nachbarschaft Unmengen von Vogelfutter auf einem Hang, der direkt an das Freigelände der Kindertagesstätte grenzt.“ (das SonntagsBlatt berichtete).
Das Vogelfutter sorgt für eine Rattenpopulation, die selbst  Schädlingsbekämpfer auf eine harte Probe stellt. Anfangs fühlte sich die Stadtverwaltung für das Entsorgen des Futters verantwortlich, seit Ende Januar ist das offensichtlich aber nicht mehr der Fall, wie Anwohnerin Silke Dreßler bedauert. Seit einigen Wochen schon entfernen betroffene Nachbarn und Mitglieder des Elternbeirates der städtischen Kindertagesstätte säckeweise Futter  – mehrmals pro Woche.
„Täglich kommen fünf bis sieben Säcke zusammen“, schätzt Adrian Mekowski vom Beirat der Kita.
Neben den Mühen müssen sich die freiwilligen Helfer auch noch den Attacken der außergewöhnlich aggressiven An­wohnerin stellen, die nicht nur verbaler Natur sind, auch tätliche Angriffe soll es schon gegeben haben, wenn sich die Helfer an die Arbeit machen.   „Die Frau drohte sogar, aus dem Fenster zu springen, wenn das Räumen nicht eingestellt würde“, berichtet Silke Dreßler. Es habe Strafanzeigen gegen die Anwohnerin gegeben, die jedoch nicht zum Erfolg führten. Bußgelder seien vom Gericht als „zu hoch“ eingestuft worden.
Nach wie vor sorgen tote Ratten und Fäkalien rund um die städtische Kindertagesstätte für eine große Gefahr – nicht nur für die Kinder, sondern auch für Erzieher und Eltern.
Obwohl Sozialdezernent Ste­fan Kühn bei seinem Besuch in Ronsdorf im September letzten Jahres versprochen hatte, die Bürger „nicht alleine zu lassen“, ist nichts passiert. „Es ist frustrierend, dass sich niemand zuständig fühlt“, bringt Katharina Seuthe vom Elternbeirat ihre Sorgen auf den Punkt.
„Weder das Gesundheits-, noch das Veterinäramt, aber auch das Ordnungsamt fühlen sich zuständig“, bedauert Seuthe. Man habe schlicht „keine Handhabe“ gegen das Verhalten der Frau, heißt es aus der Stadtverwaltung. „Dabei geht es um die Gesundheit unserer Kinder“, klagt die Mutter. Ein runder Tisch, bei dem sich alle beteiligten Ressorts mit einer Lösung befassen, ist trotz mehrfacher Anregung noch nicht zustandegekommen.
Mittlerweile spitzt sich die Situation drastisch zu, wie Katharina Seuthe bekräftigt: „Wir werden als Eltern, teilweise in Gegenwart unserer Kinder, beleidigt, bedroht und tätlich angegriffen.“
Was bleibt, ist ein Appell an alle Anwohner und Eltern, die beobachten, wie die als „Vogelfrau“ bezeichnete Anwohnerin neues Futter streut, eine E-Mail unter „Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!“ an die Verwaltung zu schicken. „Mit Angabe der Uhrzeit und des Datums“, bittet Seuthe.

 

Mit Wuppertal „zurück in die Zukunft“?

Unhaltbare Verhältnisse im Einwohnermeldeamt und in den Bürgerbüros

Lange Schlangen und frustrierte Bürger im Ronsdorfer Bürgerbüro gehören zum Alltag. (Foto: AS)

(W./Ro./AS) Dienstagmorgen, kurz nach acht Uhr: Lange Schlangen am einzigen Öffnungstag des Ronsdorfer Bürgerbüros an der Markstraße gehören seit Monaten zum Alltag. Selbst wer vor acht Uhr kommt, wird ohne Termin am selben Tag wieder weggeschickt und auf den nächsten Dienstag vertröstet – oder bekommt einen Versuch bei einem der anderen Bürgerbüros oder dem Einwohnermeldeamt  in Barmen von den Mitarbeitern empfohlen. Ohne Erfolgsgarantie, versteht sich. Terminbuchungen sind eigentlich nur noch online möglich. Wer den richtigen Weg wählt, wird allerdings enttäuscht: Auf der Website der Stadtverwaltung sind keine Terminbuchungen möglich, die Wartemarken in den Bürgerbüros schnell vergeben. Von unhaltbaren Zuständen ist bei den enttäuschten  Bürgern die Rede.
In der Stadtverwaltung ist das Problem bekannt, wie Ulrike Schmidt-Keßler vom Presseamt bestätigt, schuld sei ein personeller Engpass im Einwohnermeldeamt. „Die Neubesetzung der Stellen ist nicht einfach“, heißt es. Auch die Schulungs- und Einarbeitungszeiten der neuen Mitarbeiter führen dazu, dass die Personaldecke sehr dünn ist. „Alle vorhandenen Mitarbeiter arbeiten nach Kräften daran, unsere Bürger zu bedienen“, so Schmidt-Keßler.
Immerhin, so trösten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, werden zur Zeit aufgrund der prekären Situation keine Bußgelder für nicht eingehaltene Fristen verhängt. Ein schwacher Trost für die enttäuschten Bürger, zumal sich Wuppertal als digitale Modellkommune aufstellen will.

 


Rauchmelder rettete Leben

Schlimmeres konnte durch Alarmsignal verhindert werden

Jonathan Hartje, Torsten Tölle und Niklas Sarfeld (v.l.n.r.) vom Ronsdorfer Löschzug. (Foto: AS)

(Ro./AS) Alltag für die Feuerwehr: Bevor am vergangenen Samstag um 1.36 ein Brandmeldealarm einging, waren Nachbarn durch einen ausgelösten Rauchmelder auf den Brand in einem Haus an der Remscheider Straße aufmerksam geworden. Sie setzten den Notruf ab und retteten Leben, denn neben einem Rettungswagen von der provisorischen Wache an der Otto-Hahn-Straße und dem Löschzug aus Barmen war der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Ronsdorf schnell vor Ort.
„Der Mieter der betroffenen Wohnung öffnete die Türe nicht“, so einer der  aufmerksamen Nachbarn.  
Aufgrund der Nähe zur Wache war der Ronsdorfer Löschzug zuerst vor Ort: „Die Wohnungstüre wurde vom Angriffstrupp gewaltfrei geöffnet“, berichtet Torsten Tölle vom Löschzug 14. Mit schwerem Atemschutz drangen die Rettungskräfte in der Wohnung vor und fanden den hilflosen Bewohner. „Per Sofortrettung wurde er durch den Treppenraum ins Freie und in den bereitstehenden Rettungswagen gebracht“, so Tölle. Die Brandursache war schnell gefunden: Angebranntes Kochgut in der Küche.
„Rauchmelder, aufmerksame Nachbarn und eine leistungsstarke Feuerwehr retten Leben“, ist Torsten Tölle überzeugt.

 

Jetzt rollt der Fußball wieder

Einige Amateurmannschaften haben schon begonnen

(Reg./PK.) Der FC Remscheid hat den Spielbetrieb in der Landesliga - und damit den Kampf gegen den Abstieg - bereits begonnen. Zum Beginn der Rückrunde stand die Auseinandersetzung mit dem VSF Amern auf dem Programm der Bergischen. Der FCR schlug sich wacker und lieferte eines der besten Saisonspiele ab, war der Klasse des niederrheinischen Clubs am Ende aber nicht gewachsen und unterlag mit 0:1 Toren.
Am Sonntag steht Wiedergutmachung an. Denn der VfB Solingen kommt ins Röntgenstadion, der Gegner, gegen den man in einem Geisterspiel erst vor kurzer Zeit deutlich unterlegen war. Der Gast ist eine graue Maus der Liga (Tabellenelfter) und sicher nicht unschlagbar. Mit Kampfkraft und Spielstärke können die Jungs von Trainer Acar Sar sicher punkten.
Die Spiele in der Bezirksliga beginnen an diesem Wochenende. Der TSV 05 Ronsdorf sieht sich direkt einer undankbaren Aufgabe gegenüber, denn die Zebras müssen beim 1. FC Wülfrath antreten, dem immer unangenehm zu spielenden Tabellensiebten der Bezirksliga.
Die Bilanz des TSV gegen den Gastgeber ist noch immer negativ. In der momentanen Verfassung der Ronsdorfer sollte aber ein Erfolg nicht unmöglich sein, denn der TSV ist Tabellenzweiter und hat sicher noch die Chance, direkt in die Landesliga aufzusteigen.
Auf der anderen Seite der Tabelle kämpft der SV Jägerhaus-Linde ums Überleben in der Bezirksliga. Zum Start in die Rückrunde erwarten die Linder die SF Baumberg II.
Der Gast, im Niemandsland der Tabelle platziert, kann sicher keine Bäume ausreißen. Die Linder hingegen brauchen jeden Punkt, um den Abstieg vielleicht doch noch abwenden zu können. Dass dies schwer wird, weiß auch Trainer Yousef Hidroy und wird seine Jungs entsprechend einstellen.
Die Zweite des TSV 05 Ronsdorf spielte 2:2 gegen die wie immer starke Einigkeit aus Dornap/Düssel. Noch ist man Sechster in der Kreisliga-A-Tabelle, hat aber noch zwei Spiele mehr als die Konkurrenz auszutragen. Sollte man diese gewinnen können, wären die Zebras plötzlich Zweiter.
Am Sonntag reist das Team - wie die Erste - nach Wülfrath, wo Rot-Weiß die Ronsdorfer erwartet. Der starke Tabellendritte kann ein richtiger Prüfstein für die junge Truppe von Trainer Andreas Lischke werden. Das wäre doch was, wenn auch die zweite Mannschaft am Aufstieg schnuppern könnte, was der SSV 1900 Germnia bereits ausgiebig tut. Auch TuS Grün-Weiß Wuppertal hatte gegen das Freudenberger Team keine Chance. Der Tabellenprimus siegte mit 4:1 und zieht weiter unangefochten mit zehn Punkten Vorsprung seine Tabellenführerkreise.
Am Sonntag erwartet die Germania den Langenberger SV, ein Team, das im Normalfall den Hausherren nichts entgegensetzen kann. Ein guter Start in die Rückrunde - und dann kann man langsam die Aufstiegsfeierlichkeiten organisieren. Prognose des SonntagsBlattes: in der Saison 19/20 spielt die Germania in der Bezirksliga.