Wer die Bürgerinitiative L 419 unterstützen möchte, näheres auf der Homepage:

www.buergerinitiative-l-419-keine-autobahn-durch-ronsdorf.de

Steigende Zahlen: Die Gefahr ist nicht vorbei

Besorgniserregende Infektionszahlen lassen die Sorgen der Bürger wachsen

Mit Fingerspitzengefühl gehen die Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen bei ihren kleinenTestpersonen vor – das verspricht die Stadtverwaltung. (Foto: AS)

(Ro./AS) Patrick Peinelt ist entsetzt: Ihm ist ein Schriftstück der Stadtverwaltung in die Hände gekommen, das den Umgang mit Testungen in städtischen Kindertagesstätten regelt. Mit Sorge hat der Familienvater so erfahren, dass die Eltern bei den Testungen nicht dabei sein dürfen: „Die Kinder müssen diese unangenehme Untersuchung ohne ihre Eltern über sich ergehen lassen“, bemängelt Peinelt. Und: „Die psychischen Folgen möchte und kann ich gar nicht beurteilen. Bei dem Trubel, der durch diese Maßnahme entsteht, werden die Kinder zusätzlich stark verunsichert.“
„Eine dem Kind vertraute Erzieherin sollte während des Abstrichs anwesend sein“, heißt es in dem Handlungsleitfaden, den der Leiter des Stadtbetriebes für Kindertageseinrichtungen, Thomas Neumann, an die Kitas herausgegeben hat. „Die Eltern haben während dessen keinen Zutritt zur Kita.“
Ein wenig Fingerspitzengefühl beim Umgang mit den Kleinsten wäre nach Angaben unseres Lesers Patrick Peinelt wünschenswert. Das ihm vorliegende Schreiben sei für ihn und „wahrscheinlich viele andere Eltern inakzeptabel“.
Der Leitfaden sei eine Reaktion auf die Testungen an der ersten betroffenen Grundschule Peterstraße vor einigen Wochen, so heißt es von Thomas Neumann: „Die Durchführung der Tests beziehungsweise das Nehmen der Abstriche hat gezeigt, dass das Verfahren optimiert werden kann.“ Hierzu habe es ein Abstimmungsgespräch mit dem Gesundheitsamt, der Feuerwehr, dem Stadtbetrieb Schulen und dem Stadtbetrieb Tageseinrichtungen für Kinder gegeben. „Die nachfolgenden Informationen sind Ergebnis des Austausches und sollen Ihnen helfen, in dem hoffentlich nicht eintretenden Fall souverän mit der nicht alltäglichen Situation umzugehen“, heißt es in der Präambel des Leitfadens.
Entwarnung gibt Martina Eckermann vom Presseamt der Stadt Wuppertal: „Wenn ein Kind mit der ungewöhnlichen Situation überhaupt nicht zurechtkommt, wird natürlich kein Druck ausgeübt.“ Fakt sei aber, dass Eltern derzeit generell keinen Zutritt zu Kindertagesstätten haben.
Man verlasse sich auf das Feingefühl der Pädagogen vor Ort, die den Kindern als Bezugspersonen im Kita-Alltag durchaus vertraut seien. Die Erfahrungen der letzten Wochen hätten zudem gezeigt, dass Testungen bei Kindern 3-4 mal mehr Zeit in Anspruch nehmen, als dies bei Erwachsenen der Fall sei: „Oft müssen das Prozedere kindgerecht erklärt und Ängste abgebaut werden“, so Martina Eckermann. Dabei sei es schon mal üblich, die kleinen Testpersonen mit Gummibärchen oder der Besichtigung eines Feuerwehrautos zum Test zu „überreden“.
Testungen durch vertraute Kinder- und Hausärzte durchführen zu lassen, sei in Ausnahmefällen zwar grundsätzlich möglich, aber keine willkommene Alternative: Zahlreiche Ärzte bieten die Testungen nicht oder nur an bestimmten Tagen an. Hier entstehe ein großer Zeitverlust. Die Folge sei eine unter Umständen unnötig lange Quarantäne für die betroffene Einrichtung. „Wir arbeiten im Rahmen der Großtestungen mit dem Labor des Helios-Klinikums zusammen“, erläutert Martina Eckermann. Dort werde das städtische Gesundheitsamt bevorzugt behandelt. So könne sich die Quarantäne im Falle einer negativen Testung deutlich verkürzen.
Auch auf dem Arbeitsmarkt machen sich die steigenden Fallzahlen bemerkbar: Bedingt durch die Corona-Krise sind in Wuppertal die Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige Arbeit oder Ausbildung deutlich zurückgegangen. Waren es im ersten Halbjahr 2019 noch 3.200 Integrationen, so ging diese Zahl in diesem Jahr auf knapp 2.000 zurück.
Umso erfreulicher sei es, dass Wuppertaler Unternehmen wieder verstärkt nach Arbeitskräften suchen, so Thomas Lenz, Vorstandsvorsitzender des Jobcenters.
Coronabedingt hat sich die Schaffung weiterer Arbeitsplätze nach dem Teilhabechancengesetz wohl verlangsamt. „Aber auch hier spüren wir eine anziehende Nachfrage“, so Thomas Lenz und freut sich besonders über die 15 neuen Stellen, die bei den städtischen Altenpflegeheimen eingerichtet wurden.

 

Technisches Hilfswerk ist gut gerüstet

Neue Fahrzeuge für insgesamt 764.000 Euro wurden in Dienst gestellt

Im Rahmen eines Festaktes wurde der neue Fuhrpark an der Otto-Hahn-Straße der Öffentlichkeit vorgestellt. (Foto: privat)

(Ro./AS) Hoher Besuch beim Technischen Hilfswerk an der Otto-Hahn-Straße in Ronsdorf: In der vergangenen Woche fanden die Bundestagsabgeordneten Helge Lindh und Jürgen Hardt den Weg aus Berlin ins heimische Wuppertal. Begleitet wurden sie von Oberbürgermeister Andreas Mucke, von Andreas Steinhardt vom Stadtbetrieb Feuerwehr und von THW-Regionalleiter Frank Kliche.
„In den vergangenen Monaten konnten durch die THW-Leitung eine große Anzahl neuer Einsatzfahrzeuge beschafft werden“, berichtet Thorsten Bender vom THW-Ortsverein Wuppertal. Er ist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die optimale Ausrüstung des Technischen Hilfswerkes ist ihm eine Herzensangelegehenheit, schließlich ginge es hier um die Interessen der Menschen in Wuppertal. Umso mehr freuten sich die Ronsdorfer Kameraden über die Fuhrpark-Teilerneuerung. „Diese Beschaffungen waren nötig, da das THW einen enormen Investitionsstau aufgebaut hat.“ Soll heißen, dass der alte blaue Fuhrpark in die Jahre gekommen war. Die Hilfe kam durch eine Erhöhung des THW-Haushaltes im Bundestag zustande, sodass ein großer Teil der längst überfälligen Neubeschaffungen jetzt umgesetzt werden konnte. „Dadurch war es dem THW nun auch möglich, vier neue Einsatzfahrzeuge mit einem Beschaffungsvolumen von rund 764.000 Euro beim THW Wuppertal zu stationieren“, freut sich Thorsten Bender.
Neu im Fuhrpark sind nun zwei sogenannte Geräteeinsatzwagen, die in den Bergungsgruppen eingesetzt werden, ein Kipplastwagen, der die Fachgruppe „Räumen“ verstärken soll, und ein Mannschaftswagen für die Fachgruppe „Infrastruktur“. Der kommissarische Ortsbeauftragte Christian Rehse ließ es sich nicht nehmen, den Gästen die neuen Fahrzeuge zu präsentieren. 
Die neuen Einsatzfahrzeuge lösen bis zu 30 Jahre alte Fahrzeuge ab. Dass die Teilerneuerung des in Ronsdorf stationierten THW-Fuhrparks dringend nötig war, erläutert Thorsten Bender: „Durch diesen Generationswechsel wird die Einsatzfähigkeit des THW Wuppertal im Schadensfall schnell Hilfe leisten zu können gesteigert, was auch den Bürgern der Stadt Wuppertal zugute kommt.“
Die THW-Mitglieder nutzten die Gelegenheit, dringend an die anwesenden Politiker zu appellieren, sich auch künftig für die Interessen des Technischen Hilfswerkes einzusetzen. Auch in Wuppertal stünden noch weitere Investitionen aus, hieß es. So bestehe dringender Handlungsbedarf bei den vorhandenen Fahrzeugen, die aktuell noch nicht mit modernster und damit leistungsfähigster Technik ausgerüstet seien, hieß es von Thorsten Bender abschließend.
Seit 1984 ist das Technische Hilfswerk mit zwei technischen Zügen und der Fachgruppe „Führung und Kommunikation“ an der Otto-Hahn-Straße stationiert.

 

Weckmänner in „Quarantäne“

Stadt gibt Leitfaden für Martinszüge an Schulen heraus

(W./AS) Es ist nicht ganz einfach in diesem Jahr. Veranstaltungen obliegen coronabedingt ganz besonderen Herausforderungen, um überhaupt stattfinden zu können.
Nachdem es in jüngster Vergangenheit immer wieder unterschiedliche Interpretationen zu größeren Veranstaltungen und Festen gab, hat die Stadt Wuppertal jetzt einen  neuen Leitfaden für die Durchführung von Martinszügen an die Wuppertaler Kitas und Grundschulen versandt.
Darin ist klar geregelt, was stattfinden darf und was nicht. „Martinszüge in Corona-Zeiten können nicht so ablaufen, wie es ohne Pandemie Brauchtum ist“, bedauert Martina Eckermann von der Stadt Wuppertal. Zwar seien Veranstaltungen unter freiem Himmel vom Landesgesundheitsministerium erlaubt, dennoch gelte es, bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Fakt ist, dass auch die üblichen Abstands- und Hygieneregeln dringend einzuhalten sind. „Beliebte Traditionen wie das gemeinsame Singen, eine zentrale Weckmännerverteilung für die Kinder oder ein geselliger Abschluss am Martinsfeuer fallen im Jahr 2020 in jedem Fall aus“, fürchtet Martina Eckermann.
„Der neue Leitfaden soll den Schulen und Kitas in der Stadt einen Überblick geben und damit die Entscheidung erleichtern, ob ein Martinszug unter Corona-Bedingungen überhaupt organisiert werden kann oder besser durch andere Formate ersetzt wird.“

 

Gelungener Neustart im „Café“

Vortrag von Johannes Dickmann im Café Sara

Reinhard Konrad von der Gemeinde Sankt Joseph (links) stellt Johannes Dickmann vor. (Foto: PK)

(Ro./PK) Das Café Sara lebt wieder. Nach coronabedingter mehrmonatiger Pause öffnete der beliebte Treffpunkt in der katholischen Kirche St. Joseph an der Remscheider Straße am vergangenen Sonntag wieder die Pforten. Wie Reinhard Konrad von der Gemeinde mitteilte, ist geplant, das Café wie vor der Pandemie einmal im Monat am Sonntagnachmittag zu öffnen. Man werde alle ausgefallenen Termine nachholen. Allerdings ist eine Anmeldung für die Gäste vorgeschrieben.
Johannes Dickmann, Mitbegründer des Permakulturhofes Vorm Eichholz am Dorner Weg, referierte am Sonntag über die Gartenstadt Ronsdorf und hatte dazu reichhaltiges Bildmaterial mitgebracht. Ronsdorf warb bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem Slogan „Gartenstadt“. Wobei die Grundidee der Gartenstädte aus England stammt und sich auf eine planmäßige Stadtentwicklung als Reaktion auf die schlechten Wohn- und Lebensverhältnisse bezog. Dazu war eine zumindest teilweise angedachte Eigenversorgung der Menschen angedacht.
Und so zeigte sich Ronsdorf in den alten Fotos von Johannes Dickmann als baum- und pflanzenreiches Refugium. An der Kurfürstenstraße standen reihenweise Birnbäume („Heute gibt es da noch zwei.“), der Weinanbau in Ronsdorf erbrachte einige Flaschen („Ronsdorf hatte sogar eine eigene Weinkönigin.“) und es gab einen Ronsdorfer Bienen- und auch einen Ziegenverein. „Die heutige Sängerkirmes auf Holthausen hieß damals Bienenkirmes“, weiß Dickmann zu berichten. Er zeigt eine Schafzucht im Disseltal, ein großes Getreidefeld, dort wo heute die Siedlung „Im Bökel“ steht und geht auf die im Stadtteil weit verbreiteten Rotbuchen ein, von denen heutzutage auch nicht mehr viele zu finden sind. Ebenfalls findet die alte Baumschule „Am Krausen Baum“ Erwähnung. „Die Urbanisation“, erzählt der Referent, „hat damals begonnen, als man auf den Südhöhen die vier Kasernen gebaut hat.“ Ende der 30er Jahre wurden diese Kasernen fertiggestellt. Dickmann zeigt verschiedene Ronsdorfer Gärten und Anlagen im Vergleich von früher zu heute. Manches Mal kann man schon erschrecken, welche Betonflächen und -mauern jetzt anstelle von Pflanzen gebaut wurden.
„Aber“, so Dickmann abschließend, „die Menschen bekommen wieder ein besseres Gefühl dafür, sich teilweise selber zu ernähren. Und vergleichbar mit anderen Gemeinden haben wir in Ronsdorf noch recht viele Bäume. Und eine Blumenwiese, in der Brokkoli blüht, ist auch ein schöner Anblick.“

 

TSV deklassiert Marathon

Die Zweite der Zebras gewinnt beim TSV Beyenburg

Während hier noch das Bollwerk der Marathon-Abwehr stand hielt, ... (Foto: db)

(Reg./PK.) In der Landesliga hat der FC Remscheid die erste Niederlage hinnehmen müssen. Die Elf von Trainer Marcel Heinemann hielt über weite Strecken der Partie mit dem Aufsteiger Blau-Gelb Überruhr mit, kassierte in der letzten Viertelstunde jedoch zwei Tore. Das Team hofft, dass dies nur ein Ausrutscher war, denn bei einer erneuten Niederlage fände man sich schnell im grauen Mittelfeld der Liga wieder.
Ein erneutes Heimspiel steht für den FCR an: DJK Blau-Weiß Mintard kommt am Sonntag ins Röntgenstadion, ein Team, das bisher erst zwei Pünktchen gewinnen konnte. Der FCR sollte Favorit sein.
In der Bezirksliga zeigte der TSV 05 Ronsdorf dem Gegner VfB Marathon Remscheid schnell die Grenzen auf und fegte den überforderten Gast mit 6:0-Toren regelrecht vom Platz. Die Zebras spielen als aktuell Tabellendritter (bei einem Spiel weniger) erst einmal oben mit. Am Sonntag treten die Jungs von Trainer Denis Levering beim SC Sonnborn an. Ein prestigeträchtiges Derby steht also auf dem Programm. Der Gastgeber ist zur Zeit jenseits von Gut und Böse und in der Tabellenmitte platziert.
SSV Germania 1900 zeigte auf eigenem Geläuf gegen DJK Adler Frintrop keine gute Leis­tung und verlor recht deftig mit 1:6, was sie auf einen Abstiegsplatz absinken ließ. Das ist natürlich nicht mit dem Saisonziel der Germania vereinbar. Also ist sofortige Wiedergutmachung angesagt. Und die Chancen dafür stehen gut: Der VfB Marathon Remscheid wird am Sonntag am Freudenberg erwartet, jenes Team, das der TSV Ronsdorf deutlich geschlagen hat.
Der SV Jägerhaus-Linde hat in der Kreisliga A einen deutlichen Sieg eingefahren. Gegen den SV Heckinghausen hieß es am Ende 4:1.
Die Reserve des TSV 05 Ronsdorf behielt beim Gastspiel in Beyenburg mit 2:1-Toren gegen den dortigen TSV die Oberhand, was nicht unbedingt erwartet worden war.
Am Sonntag kommt es zum Orts-Derby des Tabellenzweiten gegen den Dritten. Die Linder haben Heimrecht gegen die Ronsdorfer Zweitvertretung.
Obwohl in den vergangenen zehn Jahren die Linder öfter gewannen als der TSV II, ist der Gast doch leichter Favorit. Ein Kampfspiel kündigt sich an ­– und wenn sich der Regen entgegen der Vorhersagen doch in Grenzen hält, ist der Platz „opp Linde“ sicher auch gut besucht. Ortswettkämpfe waren schon immer gut besucht in Ronsdorf.