Wer die Bürgerinitiative L 419 unterstützen möchte, näheres auf der Homepage:

www.buergerinitiative-l-419-keine-autobahn-durch-ronsdorf.de



Die „jungen Wilden“ zeigen sich beeindruckt

Aktionstag der Polizei soll junge Autofahrer für mehr Sicherheit sensibilisieren

Vollbremsung: Bei 50 anstatt 30 Kilometern pro Stunde kommt für Dummy „Holger“ jede Hilfe zu spät – der Bremsweg ist zu lang, um Schlimmeres zu vermeiden. (Foto: AS)

(Reg./AS) Alle 42 Minuten verunglückt ein Mensch auf den Straßen Nordrhein-Westfalens, pro Jahr sind 500 Unfalltote in NRW zu beklagen. Zahlen, die nachdenklich stimmen. Selbst bei den „ganz coolen“ Teilnehmern des 18. Aktionstages „Junge Fahrer“, veranstaltet von der Polizei und ihren Kooperationspartnern aus der Region, wird es ruhig, als diese beeindruckenden Zahlen genannt werden.
Die Botschaft von Polizeihauptkommissar Holger Brunner ist unmissverständlich: Sie fordert zum umsichtigen Fahren auf. Brunner ist einer der geistigen Väter des Aktionstages, der einmal jährlich stattfindet und sich an junge Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 24 Jahren richtet. Die rund 200 Teilnehmer waren Auszubildende eines großen Wuppertaler Unternehmens, Schüler des Berufskollegs Werther Brücke in Barmen vom Fachbereich Kfz sowie des Krankenhauses Sankt Joseph. Wie schon in den Vorjahren wurde auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei an der Müngstener Straße in Hochbarmen an den unterschiedlichen Stationen viel geboten: Die Fahrt im schrottreofen Corsa durch den Parcours wäre nichts Besonderes gewesen – wenn die jungen Fahrer nicht von der „Torkelbrille“ beeinträchtigt gewesen wären. Mit der Brille sollte eine Fahrt unter Alkohol und Drogen simuliert werden.
Buchstäblich in den Seilen hingen die jungen Leute im Überschlagsimulator: In einem alten Audi wurde die Rettung aus einem Fahrzeug nachgestellt, das auf dem Dach liegt. Keine leichte Übung, sich per „Kopfstand“ aus dem Auto zu befreien, doch mithilfe von Fahrsicherheitsexperten Claus Schultze vom Landeskriminalamt (LKA) gelang es den Probanden innerhalb weniger Sekunden. Für Schultze, der sonst LKA- und Polizeibeamte der örtlichen Liegenschaft in Sachen Fahrsicherheit trainiert, war es nicht das erste Mal: Seit 1998 ist er bei der Behörde und betreut den Aktionstag von Anfang an. Das erste Mal war es allerdings für Scharistan: Sie ließ sich aus dem auf dem Dach liegenden Auto befreien und hatte ein mulmiges Gefühl, wie sie später zugibt. Dennoch eine Erfahrung, die die 23-jährige Berufsschülerin nachdenklich gestimmt hat. Fortan wird sie wohl besonders achtsam sein, wenn sie sich zu Freunden ins Auto setzt.
In einer leeren Fahrzeughalle gab es vermeintlich trockene Theorie, denn hier lernten die Teilnehmer etwas über Drogen- und Alkoholkonsum und die Folgen im Straßenverkehr. Christian Brunner freute sich über den guten Zuspruch dieser Materie: Seine Gäste lauschten gebannt dem Vortrag. Nicht immer bierernst ging es beim Rollenspiel zu: Die jungen Autofahrer tauschten die Rollen und hatten die Aufgabe, als Polizisten einen Autofahrer anzuhalten. „Man weiß nie, wie der Verkehrsteilnehmer reagiert“, beschrieb eine Teilnehmerin die Situation. Und sie sollte auf eine harte Probe gestellt werden, denn der vermeintliche Autofahrer war betrunken und wollte mit den jungen „Polizistinnen“ lieber tanzen gehen, als sich der Alkoholkontrolle zu stellen. Deeskalation war an dieser Station das Zauberwort.
Wie sehr es bei einem Crash „rummst“, konnten die Besucher des Aktionstages auf dem Gurtschlitten erleben: Sie wurden mit einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde beim Aufprall in die Gurte gepresst. Eine Übung, die sicherlich eine gute Portion Mut erforderte. „Muss man mal erlebt haben“, sagte Svenja nach der Crash-Simulation.
Beeindruckend war auch die Präsentation der Laser-Messmethode wenig später auf dem Freigelände. Die Gäste konnten miterleben, was es bedeutet, einen Aufprall mit 50 Kilometern pro Stunde zu erfahren: Der Polizei-Dummy „Holger“ wurde nach der Vollbremsung durch die Luft geschleudert. „Das könnte auch ein i-Dötzchen gewesen sein“, hieß es in der Moderation.
Zufrieden zeigte sich Holger Brunner abschließend, als er seine Schützlinge entließ: „Es geht darum, die Fahranfänger zu einem bewussten und eigenständigen Verhalten im Straßenverkehr zu animieren – und das ist uns wohl gelungen“. zieht er Bilanz.

 

Auf Fehlersuche im Städtedreieck

Lüttringhauserin Sandra Ullrich mit interessantem Projekt

Die Lüttringhauserin Sandra Ullrich mit ihrem neuen Fehlersuch-Buch. (Foto: MM)     

(Lü./MM) Ein besonderes Buch über das bergische Städt­edreieck, das in die verschiedensten schönen Ecken von Wuppertal, Remscheid und Solingen entführt und bis auf die letzte Seite fesselt, hat die Lüttringhauserin Sandra Ullrich zusammengestellt. „Wo! – Das bergische Fehlersuch-Buch“ enthält nicht nur vier Rätsel, sondern vor allem 75 Suchbilder – und natürlich jede Menge Informationen zu den abgebildeten Orten.
„Auf die Idee, ein Fehlersuchbild-Buch für Erwachsene herauszubringen, haben mich 2016 meine Eltern gebracht“, erzählt Sandra Ullrich. „Für sie habe ich ständig das Internet nach solchen Objekten durchforstet. Keines konnte ihre Ansprüche erfüllen.“ Als gelernte Foto- und Schriftsetzerin mit langjähriger grafischer Erfahrung hat sich die Lüttringhauserin dann kurzerhand selbst ans Werk gemacht und ein Buch erstellt. Michael Itschert sprach Ullrich dann an, ob sie sich nicht ein bergisches Fehlersuch-Buch vorstellen könne – gefragt, gemacht: Auf der Suche nach passenden Fotografien half nicht nur Journalist Hans Kadereit aus, auch ein Solinger Fotograf, die Plattform „fotolila“ und ein befreundeter Hobbyfotograf steuerten eigene Fotos bei.
Die Reise startet dabei in Lüttringhausen bei der Firma Dirostahl, sie führt über den Ortsteil Reinshagen bis nach Burg in Solingen und über den Wuppertaler Zoo bis nach Beyenburg, bevor man wieder im SonntagsBlatt-Land ankommt.
„Am mühsamsten bei diesem Projekt war zum einen die Struktur und die Bildauswahl“, erzählt Sandra Ullrich. „Denn diese Motive müssen ganz andere Voraussetzungen erfüllen als Bildbände.“ Schließlich mussten Fehler in möglichst detailreiche Fotos eingebaut werden, um die Spannung hochzuhalten. „Bei der Müngstener Brücke beispielsweise, von der ich ein traumhaft schönes Bild hatte und ursprünglich als Buch-Einleitung ,Grenzgebiet‘ bringen wollte, hatte ich keine Chance, Unterschiede einzubauen“, so die Autorin.
Das Buch „Wo! – Das bergische Fehlersuch-Buch“ von Sandra Ullrich ist im Gradez!-Verlag unter der ISBN 978-3-89-796281-1 erschienen und kostet 14,90 Euro. Das SonntagsBlatt vergibt drei Exemplare des Buches unter seinen Lesern: Diese werden unter allen Teilnehmern verlost, die bis spätestens Montag, 24. September 2018, folgende Frage beantworten: „Welche Kirche ist im Artikelfoto neben Sandra Ullrich zu sehen?“ Antworten bitte per E-Mail an „info@ sonntagsblatt-online.de“ oder per Postkarte an den Verlag, Name, Anschrift und Telefonnummer bitte nicht vergessen!

 

Die Säulen des Zusammenhaltes

„Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ in Ronsdorf

Um die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer auf einen Blick zu präsentieren, hat Susanna Erb von der Ronsdorfer Bücherstube in der Staasstraße eines ihrer Schaufenster der Aktionswoche des bürgerschaftlichen Engagements gewidmet. (Foto: AS)

(Ro./AS) Dass ein Stadtteil wie Ronsdorf vom Zusammenhalt seiner Einwohner lebt, ist nichts Neues. Zahlreiche Bürger bringen sich in ehrenamtliche Projekte aller Couleur ein, um die Gemeinschaft des Quartiers generationenübergreifend so attraktiv wie möglich zu gestalten.
Um diesen unermüdlichen Einsatz zu würdigen, findet in dieser Woche daher unter der Schirmherrschaft des Ronsdorfer Heimat- und Bürgervereins (HuB) die „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ statt. Bei unterschiedlichen Aktionen haben die Ehrenamtler die Möglichkeit, ihre Projekte der Öffentlichkeit vorzustellen (siehe unter Termine in dieser Ausgabe).
Die bundesweite „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ veranlasste Susanna Erb von der Ronsdorfer Bücherstube, der Aktion ein eigenes Schaufenster an der Staasstraße zu widmen. Die Buchhändlerin unterstützt das Projekt, weil sie das Ehrenamt als „existenziell wichtigen Bestandsteil unserer Gesellschaft“ bezeichnet. Den Zusammenhalt „ihrer“ Ronsdorfer bezeichnet Erb als „lobenswert“. Mit dem eigens für die bundesweite Aktionswoche gestalteten Fenster möchte sie ihre Kunden für den Einsatz im Ehrenamt sensibilisieren.
„Vielen Projekten fehlt die Aufmerksamkeit“, bedauert Susanna Erb. Und: „Es geht darum, den Menschen die Augen zu öffnen für die Vielzahl der Projekte, in die man sich einbringen kann.“

 

Von Edelsteinen bis Plogging: Die Natur entdecken

Lüttringhauser Natur-Schule Grund feierte 20-jähriges Bestehen mit einem Jubiläums-Sommerfest

Viel zu entdecken und zu erleben gab es wieder am Grunder Schulweg. (Foto: MM)

(Lü./MM) Im Jahre 1996 war es, als sich der Förderverein für Umweltbildung Remscheid gründete, auf dessen Initiative hin die Natur-Schule Grund eingerichtet wurde. Ein Jahr später wurde der erste pädagogische Mitarbeiter eingestellt, im Jahr darauf kamen weitere hinzu. Das war der Startschuss für eine Einrichtung, die in den vergangenen 20 Jahren viel zur Umweltbildung für Kinder und Erwachsene im Bergischen beigetragen hat.
Und eben dieses Jubiläum wurde am vergangenen Wochenende im Rahmen des traditionellen Sommerfestes gefeiert: „Wir sagen Danke für das vielfältige Engagement, das Sie hier leisten“, lobte Remscheids Bürgermeister Kai Kaltwasser bei der Eröffnung. „Umwelt und Naturbildung sind wichtiger denn je“, mahnte auch Thomas Neuhaus, städtischer Beigeordneter für Bildung, Jugend, Soziales, Gesundheit und Sport.
Im Anschluss wurde wie immer groß gefeiert: Zahlreiche Initiativen, Vereine und Institutionen von Greenpeace über die Wuppertaler Station Natur und Umwelt bis hin zu den Bogenschützen des Remscheider Turnverein (RTV) waren zum Grunder Schulweg gekommen, um den Besuchern bei herrlichem Sommerwetter ein buntes Programm zu bieten.
Beim Edelsteinwaschen durfte man genauso sein Glück versuchen wie bei Mitmach-Ständen von der Biologischen Station Mittlere Wupper. Pizza aus dem Holzofen, vegane Suppen aus gerettetem Gemüse, le­-
ckere Smoothies und Wildschwein-Grillwurst rundeten das Angebot kulinarisch ab.
Am Stand der Sportjugend Remscheid staunten zudem viele Besucher: Hier wurde eine neue Trendsportart vorgestellt, das „Plogging“ – eine Sportart, bei der während des Laufens oder Spazieren in der Natur Müll aufgesammelt wird. Auch das ist Umweltbildung, die verschiedene Bereiche vereint.

 

Was lange währt, wird endlich gut

Kita Staubenthaler Straße öffnet im Oktober ihre Pforten



Probespielen: Nora (li.,1) und ihre Schwester Hafsa (4) können es kaum erwarten, bis die neue Einrichtung zum Spielen und Toben einlädt. (Foto: AS)

(Ro./AS) Dass jeder Abschied auch ein Neuanfang ist, erfährt Nicole Drüdeke zur Zeit am eigenen Leibe: Nachdem sie vor acht Jahren die städtische Kindertagesstätte an der Blutfinke in Ronsdorf miteröffnet hat, stellt sie sich nun einer neuen Herausforderung: Sie eröffnet – nach unzähligen Startschwierigkeiten – die neue Kindertagesstätte an der Staubenthaler Straße.
Seit 1994 ist sie Erzieherin und hat schon in einigen Einrichtungen gearbeitet – das Wohl ihrer Schützlinge lag ihr dabei immer am Herzen. Und trotzdem: „Eine neue Einrichtung von Anfang an mitaufzubauen, sich aktiv einzubringen, das ist schon das Sahnehäubchen der Karriere“, lächelt die 44-jährige Pädagogin glücklich und erinnert sich an den Tag im August, als sie den Schlüssel der neuen Kita ausgehändigt bekommen hat. Sie durfte das Konzept miterarbeiten und sich bei Einrichtung und Ausstattung einbringen. „So etwas ist der Traum jeder Erzieherin“, strahlt Drüdeke. „Der Tag, als dann der Lkw mit den Möbeln kam, war wie Weihnachten für uns“, gibt sie zu. Auf die Frage, ob das Haus mit 100 Plätzen nicht ungewöhnlich groß sei, antwortet sie mit einem Schulterzucken. „Es ist eine Herausforderung, der ich mich aber gerne stelle.“ Hier sollen sich  die Kinder aktiv in das Geschehen einbringen – und gruppenübergreifend und selbstbestimmend mitwirken.
Nicole Drüdeke ist „Kindergärtnerin“ mit Herz und Seele, sie hat sich fest vorgenommen, jedes Kind individuell zu fördern – ganz nach eigenem Gusto. Wohl auch aus diesem Grunde gibt es unterschiedliche Bereiche. Sie heißen „Erfahrungsräume“, sollen die Kreativität und andere Fähigkeiten fördern. Es gibt einen Raum für Rollenspiele, einen Raum für kleine Handwerker, ein gut ausgestattetes Lesezimmer, einen Raum mit Instrumenten und natürlich die klassischen Ruheräume.
Nicole Drüdeke lächelt glücklich, als sie die neuen Räume betritt. Alles duftet noch nach Farbe, alles ist neu, vom Spielzeug bis zum rückenschonenden Stuhl für ihre Mitarbeiter. Dass bei der Ausstattung der neuen Waschräume Wert auf ergonomisches Arbeiten gelegt wurde, zeigt sich an den großzügigen Wickeltischen, die von den Kindern, soweit möglich, durch Stufen erklommen werden können.
Der große Tag der Eröffnung rückt in greifbare Nähe, doch Nicole Drüdeke bleibt locker. Sie freut sich darauf, das neue Haus mit einem neuen Team und neuen Kindern in Betrieb zu nehmen. „Es ist ein Neuanfang für alle“, sagt sie und fiebert dem 1. Oktober entgegen, dem Tag, an dem die neue Kita zum ersten Mal mit Leben gefüllt sein wird und hier Kinderlachen ertönt.